Angefangen hat es ja so: Wir haben für den Tisch am Heck eine Hilfskonstruktion. (IKEA Tischbeine, die billigsten verstellbaren). Sie sind aber nicht verstellbar genug, um die Schräge auszugleichen. Später, wenn die Masten wieder montiert sind, wird die Tischplatte daran befestigt und gerade sein.
Derzeit: Kein Mast, also leicht nach hinten abfallender Tisch. Macht nicht so viel, denn bis zum Rand angefüllte Gläser sind auf einem Boot ohnehin keine gute Idee.
Jedenfalls, als ich so auf mein Glas schaue, ist der Mund mal wieder schneller als das Hirn und ich frage: „Ich weiß nicht, war das immer schon so schräg?“
Kleine Frage, große Wirkung. Herbert springt auf. Haben wir einen Wassereinbruch?! Ist beim Bumpern im Strom irgendwas kaputt gegangen?
Wasser in der Bilge
Was folgt ist schnelles Aufreissen aller Schapps. Und wir finden Wasser in der Motorbilge. Es steht so hoch, dass die Bilgepumpe hätte anspringen müssen. Tat sie aber das letzte Mal beim Test vor der Abfahrt. Vielleicht mag sie es nicht so nass.
In weiterer Folge kriechen wir in jeden Winkel unten, hinten und noch weiter hinten, noch weiter unten und suchen. Wo kommt das Wasser her?
Hüte dich vor deinen Wünschen, denn sie könnten in Erfüllung gehen …
Wir hatten uns ja Wasser gewünscht. Aber doch nicht da!
Die gute Nachricht: Alles andere war trocken.
Die schlechte Nachricht: Alles andere war trocken.
Also wo kommt es her? Und warum sprang die (neues Wort einsetzen) Bilgepumpe nicht an? Fragen über Fragen.
Falls jemand auch gerne ein Boot hätte: Den nächsten Teil genau lesen. Den letzten eigentlich auch.
Ich knie also vor dem Abgrund und hole mit dem Schwamm 25 Liter Wasser aus der Bilge.
Kopf nach unten, Bauch einziehen und geht schon. Andere zahlen Mitgliedsbeitrag im Fitness Center. Oder haben eine Bilgepumpe. scnr
Wir legen das Ding mal so einigermaßen trocken. Das Warten beginnt. Kommt was nach? Es ist relativ windig, das Schiff bewegt sich und daher ist schwer zu sagen, ob sich der Wasserstand verändert. Es scheint jedenfalls nicht dramatisch rein zu rinnen. Aber wie wir ja alle wissen, sind die Leisen die Gefährlichen.
Jetzt starren wir auf beiden Seiten des Boots ins Wasser. Außerhalb, ob es steigt. Innerhalb auch. Es steigt nicht. Beidseitig. Erstmal durchatmen. Dabei wollte ich ja eigentlich nur wissen, ob der Tisch schief ist…

Worst Case Szenario:
Die Kielbolzen haben beim Bumpern etwas abbekommen und es ist ein Haarriss im GfK. Diese Variante lehne ich entschieden ab.
Bad Case Szenario:
Der Befestigung beim Wassersammler hat sich gelockert und das Wasser ist beim Abstellen aus dem Auspuff wieder ins Boot gelaufen. Ist auch nicht schön, weil das Ding nur mit Verrenkungen erreichbar ist, die einen für den Zirkus qualifizieren.
Andere Szenarien:
Der Wassereinfüll-Stutzen ist undicht. Das wäre vergleichsweise einfach. Daher bin ich dafür. Oder es ist irgendwas anderes, das uns gerade nicht einfällt.
Wir stellen fest: Wir lassen wirklich nichts aus.
Jeder Tag bringt neue spannende Momente. Das ist eh gut. Außer man ist gerade mitten drin, im spannenden Moment.
Einige Stunden später:
Das Wasser im Schiff steigt nicht. Das ist gut. Nach wie vor wissen wir nicht, wo es herkam. Das Wasser außerhalb steigt. Das ist auch gut.
Das Rätsel mit ohne Bilgepumpe hat sich zumindest gelöst: Ein Kontakt vom Massekabel hatte sich gelockert. Das macht der nie wieder!
Es ist ja alles für irgendetwas gut. Die Bilgepumpe ist ohne Ernstfall repariert. Alles passierte innerhalb des Hafens. Und ich habe einen neuen Cliffhanger.
Finden sie den Fehler? Fahren sie weiter?
Bleiben Sie dran. 😉
Liebe Annette, jetzt habe ich endlich das Kommentarfeld gefunden (Schwitzen), habe aber vergessen, was ich schreiben wollte. Na ja, jedenfalls kann ich dir das ja auch jederzeit persönlich sagen. Du machst das richtig gut und hoffe, daß auch alle anderen Besucher Freude an deinen Berichten haben….
Kling alles sehr spannend, was ihr da erlebt. Ich hoffe, ihr könnt zwischendurch durchatmen und etwas Urlaub machen 😉 Wir hatten genau solche Pannen an Land mit dem Wohnmobil – Wasser im Fahrzeug, Öldruck, abgefahrene Signalleuchte etc … das Gute: Man härtet mit der Zeit ab und jede Erfahrung macht einen ein bisschen weniger panisch, wenn die nächste Erfahrung eintritt. Und das ist auf meiner Erfahrung nur eine Frage der Zeit 😉 … Alles wird gut! Ihr macht das super und ich verfolge den Blog schwer beeindruckt … LG R.