Tag 10 Mohacs bis Apatin

Stromkilometer: 1449 – 1402, 5,5 Stunden (kein Zusatz – Hurra!)

Nach einer ruhigen Nacht an der Schulter des 80 Meter langen Schubschiffs starten wir unsere heutige kurze Tour.

Auf dem Weg nach Apatin

Heute geht es ins nur knapp 50 km entfernte Apatin – zum Einklarieren und in eine Marina. Mit W-LAN! Und Duschen!
Die Donau schlängelt sich zwischen Serbien und Kroatien durch die Landschaft. Viel gibt es hier nicht zu sehen. Insbesondere die serbische Seite wirkt menschenleer. Dort, wo auf beiden Seiten Häuser sind, sieht man einen deutlichen Unterschied zwischen der eher aufgeräumten und instand gehaltenen kroatischen und der zumindest optisch ärmeren serbischen Seite.

Disconnected

Die Internetverbindung auf serbischer Seite macht uns Probleme. Wir haben kaum Empfang und weichen daher zum Finden der Bojen auf Karte und Feldstecher aus.
Plötzlich ist das einzige, was wichtig ist, die nächste Boje. Das ist für einige Stunden mein gesamter Horizont. Klingt langweilig, aber trotzdem vergeht die Zeit schnell.

Ich war ja lange kein Fan von dieser Tour. („Jahre meines Lebens, beachtliche Geldbeträge und dann siehts aus, wie in Hainburg“) Ein bisschen stimmt das sogar. Über weite Strecken sieht es aus, wie es an der Donau halt so aussieht.
Doch zwischen Mohacs und Apatin auf der Höhe Sombor wird es plötzlich still. Herbert und ich sehen uns an. Es ist auf einmal unglaublich schön. Die Donau schwingt in sanften Wellen von Ufer zu Ufer. Wie ein riesiges Seidentuch, das achtlos weggeworfen wird, schimmert der Fluss smaragdgrün. Die Gegend scheint alle Geräusche zu verschlucken und alles wirkt, wie in tiefem Frieden. Schon alleine diese paar Kilometer sind eine Reise wert.
Wenn disconnected, dann bitte so.

Einklarieren in Apatin

Am Nachmittag treffen wir schließlich in Apatin ein. Dieses Mal klappt die Kommunikation problemlos. Wir wissen, wo wir hin müssen und jemand kommt, um uns den Platz zu zeigen.
Und: Wir sind nur ein ganz kleines bisschen bei der Einfahrt aufgesessen!

Da wir brave Bürger sind, beschließen wir, dass wir zuerst einklarieren und dann ein kaltes Bier trinken. Und wenn wir ohne Fahne auftauchen ist das vermutlich auch besser.
Ein einsamer Beamter sitzt in einem großen Gebäude, es ist schattig, es ist kühl.
Wir zeigen all unsere Papiere (inklusive Crewliste!) vor und er grummelt vor sich hin.
Aber er grummelt irgendwie freundlich. Genau weiß man es nicht.
Dann nimmt er unsere Ausweise, fotografiert sie mit seinem Handy und schickt die Daten irgendwo hin. Er blickt auf und grummelt: „Sit. Wait.“
Wir fallen also in die Besuchersessel, immerhin ist es ja angenehm kühl im Raum.
Im Übrigen ist es schon lustig, dass wir alle jeden Tag 1.000 Mal Cookies von einer Website wegklicken und dann an der Grenze Fotos unserer Ausweise via Handy übermittelt werden. Wengan Datenschutz warats halt.
Irgendwann piepst es auf dem polizeilichen Schreibtisch. Was auch immer die Prüfung war, hat ergeben, dass wir nicht kriminell sind oder gesucht werden. No bitte. Somit sind wir offiziell in Serbien eingereist und haben die EU verlassen. Und das Internet.

Marina Apatin

Wir liegen direkt in der Einfahrt zur Marina neben der Tankstelle. Im Hafen liegen fast ausschließlich Zillen in allen möglichen Formen und mit unterschiedlichen Aufbauten.
Ein kurzes Durchzählen ergibt 10 Boote auf der anderen Stegseite unseres Liegeplatzes.

Die Marina Apatin besteht aus einer absurden Menge Beton, aus der ein Hafenbecken gegossen wurde.
Das ist besonders praktisch. Denn sollte die Temperatur einmal unter 35° fallen, hat man gleich einen Kachelofen zum Wiederaufwärmen.

Bei diesem An-und Abstieg überlegt man sich wirklich ganz genau, ob man auch alles zum Duschen mitgenommen hat.
Diese Rampe hat es in sich.

Was aussieht wie ein UFO-Landeplatz ist eine Sliprampe.
Naja, runter gehts ja immer von alleine.

In der Einfahrt zur Marina brausen Zillen und Jetskis durch. Daher ist es relativ laut und manchmal schaukelt es ziemlich. Das W-Lan reicht nicht bis zum Boden des Hafenbeckens.
Dafür gibt es ein gutes Restaurant mit einwandfreiem W-Lan. Dort sitze ich im Schatten und arbeite. Die Preise hier sind sehr moderat: Das (große) Bier € 1,5, Hauptgerichte um die € 6.–. Wir beschließen, dass wir erst einmal bleiben, um zu sehen, wie sich der Wasserstand entwickelt.

2 Antworten auf „Tag 10 Mohacs bis Apatin“

  1. Vielen Dank für den Blog! Ich unterhalte mich großartig! 🤣🤣 Bitte mehr davon.
    Lasst euch das Bier schmecken! Ich trink eines mit euch mit.🍺 Prost!

  2. Vielen Dank für den Blog! Ich unterhalte mich großartig! 🤣🤣 Bitte mehr davon.
    Lasst euch das Bier schmecken! Ich trink eines mit euch mit.🍺 Prost!

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